Das Leben mit Zwillingen. Oder: Life on the first floor

Part 2: Vom Suchen und Finden des passenden Gefährts.

Für mich stand schon immer fest: Wenn ich mal ein Kind habe, dann gehen wir ganz viel raus. Bei Wind und Wetter drehen wir mit unserem luftbereiften, gut gefederten Kinderwagen Runden durch den Park und um den See, heizen übers Gelände und machen die Stadt unsicher. So weit, so gut. Dass es mal zwei Kinder gleichzeitig werden, stand damals noch nicht fest, änderte aber im Grunde nichts an meinem Vorhaben. Selbstverständlich benötigt man aber für die Umsetzung dessen einen besonderen Kinderwagen, nämlich einen mit Überbreite.

Schon der Kauf dieses Gefährts gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Man denke sich Folgendes: Du besuchst einen dieser rosarot-und-himmelblauen-Babyfachmärkte und schlenderst vorbei an der Kinderwagengalerie. Dort werden die verschiedensten Modelle präsentiert: Große, wendige, blaue, grüne, rote, gemusterte, mit Lederausstattung, Kombiwagen, Dreiräder,… Schließlich bittest du in diesem Dschungel eine der dortigen Angestellten zur Hilfe und fragst nach einem Zwillingswagen. „Ham wer da hinten“, bedeutet sie und zeigt auf ein monströses Ding. Es ist schwarz mit hässlichem grünem Muster. Schon beim ersten Anblick muss ich feststellen: Wir werden keine Freunde, und so frage ich, ob das denn das einzig verfügbare Modell sei. Ich bekomme die Auskunft, dass es wohl noch einen weiteren gibt, Lieferzeit acht bis zwölf Wochen. Rot ist allerdings ganz aus, nicht mehr lieferbar.

Na vielen Dank. Ich hoffe inständig, dass (werdende) Zwillingseltern niemals abergläubisch sind und ihren Wagen erst NACH der Geburt kaufen, dann müssen sie nämlich in der ersten Zeit drinnen versauern. Während ich mir darüber so meine Gedanken mache, versucht die Verkäuferin das hiesige Modell doch noch schmackhaft zu machen und erläutert dessen Vorzüge. Als sie bei „geht einfach zusammenzuklappen, passt in jedes Auto“ angekommen ist, versucht sie mit wenigen galanten Handgriffen den Wagen kofferraumklein zu zaubern. Nach mehrmaligem Ziehen, Hebel umlegen und drücken beginnt in meinem Kopf schon Mike Krüger zu singen und ich grinse in mich hinein. Die Dame gibt indes entnervt auf und möchte uns viel lieber die duftenden Windeleimer mit Hello Kitty-Motiv zeigen. Aber für heute habe ich genug gesehen und verlasse gefrustet den Markt.

Nach intensiver Recherche meinerseits und dem Wunsch immer im Hinterkopf, einen luftbereiften Kinderwagen zu besitzen, kaufen wir schließlich einen Zwillingswagen der schwedischen Marke Emmaljunga. Dieser hatte zwar den Nachteil, dass er selbst im Kofferraum eines sportlichen Mittelklassekombis keinen Platz fand, aber er hat uns circa ein Jahr lang wirklich gute Dienste geleistet – mein Traum von den romantischen Spaziergängen wurde wahr. Doch sobald die Mäuse im Wagen sitzen konnten, traten ungeahnte Probleme auf: Zwischen ihnen war keine Trennwand, und es macht doch so herrlich Spaß, dem Nebenmann seinen Keks zu klauen oder dessen Nase zu inspizieren. Außerdem hatten wir insgesamt drei Mal einen Achsbruch zu beklagen, sodass ein neues Modell hermusste. Dieses Mal sparten wir uns aber die Tour durch die Babymärkte und setzten auf die Erfahrung anderer Zwillingseltern, die den TfK Duo Twinner Twist besitzen. Wir hatten Glück: Auf einem Zwillingsbasar fanden wir das Modell hervorragend erhalten und genau so, wie wir es uns gewünscht hatten. Seither düsen wir damit umher, und ich würde diesen Wagen jederzeit weiterempfehlen. Er lässt sich übrigens wirklich klein zusammenlegen und passt problemlos in einen Golf. Für ganz Kleine gibt es einen Babywannenaufsatz, die Größeren sitzen in einem Buggy de Luxe. Doch eines bleibt: Die Überbreite mit zwei Knirpsen drin. Was das bedeutet? Wie so eine Tour mit allen beiden aussieht? Und was das alles um Himmels Willen mit dem Erdgeschoss zu tun hat? Darüber werde ich euch beim nächsten Mal in Kenntnis setzen.

Eure Marie

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