Urlaub im Schloss Adolphsburg

Bloggerreise – die Übernachtung wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt

Unseren Herbsturlaub haben wir dieses Jahr im schönen Rothaargebirge verbracht – genauer gesagt im Kurort Oberhundem. Das beschauliche Örtchen gehört zur Gemeinde Kirchhundem und ist bekannt für sein Schloss Adolphsburg. Das barocke Wasserschloss aus rotem Sandstein beherbergt seit einigen Jahrzehnten Privat- wie auch Ferienwohnungen. Eine davon ist die von Familie Bartsch, bei der wir übernachten durften. Wie es uns dort gefallen hat, was man dort alles erleben kann und warum Regenwetter nicht automatisch schlechtes Wetter bedeutet, lest ihr in meinem heutigen Beitrag!

Rothaarsteig Oberhundem Urlaub Schloss Adolphsburg

Tag 1 – Anreise und Ferienwohnung erkunden

Seit ein paar Wochen leben wir dieses „Van Life“ und haben uns einen Bus für unsere kleinen Touren gekauft. Mit zwei Kindern, Hund und jeder Menge Gepäck reist es sich damit unheimlich viel komfortabler als im Kombi mit Dachbox. Da wir oft innerhalb Deutschland unterwegs sind und gerne wenig touristische Orte erkunden, schien uns das der nächste logische Schritt. :-) Nach einer gemütlichen Anreise kamen wir also in Kirchhundem im Sauerland an und konnten unser Domizil eigentlich kaum übersehen: Das Schloss Adolphsburg lag nämlich direkt am Ortseingang und prägte das Ortsbild mit seiner monumentalen Ansicht schon von Weitem. 

„Ferien machen wie Könige“ – das ist hier Programm. Die gepflegte Anlage hält auch einen kleinen Schlosspark bereit, durch den man spazieren kann. Schloss Adolphsburg wurde um 1670 von Johann Adolf von Fürstenberg erbaut. Es handelt sich um einen barocken Herrensitz mit Vor- und Hauptburg. Das Haupthaus ist zweigeschossig, charakteristisch sind die zwei vorspringenden Pavillontürme auf der Westseite. Der Treppenturm mit Barockportal befindet sich auf der Hofseite.  Südlich des Schlosses fließt die Hundem vorbei, welche in die Lenne mündet – daher auch die Bezeichnung „Wasserschloss“.

Unsere Ferienwohnung lag nahe der Burgbrücke hinter einem großen Tor. Sehr charmant: Ein Großteil der barocken Elemente wurde beibehalten beziehungsweise restauriert, da das Schloss Anfang des 20. Jahrhunderts durch ein Feuer teilweise zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau wurde es zunächst als Missionsschule genutzt, als der dort ansässige Orden jedoch umzog, stand das Gebäude leer und war zusehends vom Verfall bedroht. Nach jahrelangen  Bemühungen um den Erhalt des Schlosses konnte in den 80er Jahren aber ein Investor gefunden werden, welcher das Schloss restaurierte, in einzelne Wohneinheiten untergliederte und verkaufte bzw. vermietete. Seit 1985 ist die Adolphsburg als Baudenkmal in die Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem eingetragen. 

Wie bereits angedeutet, zieht sich der barocke Charme durch das gesamte Haus. Auch in der liebevoll hergerichteten Ferienwohnung findet sich ein Mix aus „alt und neu“. Die alten Steinmauern erzählen Geschichten längst vergangener Zeiten, während die Einrichtung verspielt-romantisch gehalten wurde. Die Ferienwohnung bietet Platz für bis zu sechs Personen. Zwei Personen können im Doppelbett im Schlafzimmer nächtigen, zwei weitere auf dem dortigen Schlafsofa sowie zwei Kinder auf der Ausziehcouch im Wohnzimmer. Linus war natürlich auch dabei – Hunde sind in der Ferienwohnung ebenfalls gerne gesehen. :-) Weiterhin gehört eine kleine, sehr gut ausgestattete Küche, ein gemütliches Esszimmer sowie ein modernes Bad zur Wohnung. Das Küchenfenster ist übrigens Teil des Torbogens der Haustür – sehr geschickt gelöst! 

Ein besonderes Highlight ist zweifelsohne das Schlafzimmer. Von hier aus schaut man direkt auf die Hundem, und während wir im Herbst dort waren, konnten man den Blättern beim Fallen zusehen. Wunderschön und so entspannend! Hier könnte man stundenlang am Fenster sitzen und den Blick ins Grüne schweifen lassen. Könnte man – wenn die Gemeinde Kirchhundem nicht noch so viel mehr zu bieten hätte!

Tag 2 – Pano Park, Kino und leckere Burger

Urlaub im Herbst – das kann goldener Oktober oder graues Matschwetter bedeuten. Wir hatten von beidem etwas, aber wer mich kennt, der weiß: Ich gehe bei jedem Wetter raus. Mit Capes und festem Schuhwerk ausgestattet, ging es für uns am zweiten Urlaubstag in den „Panoramapark“, kurz „PanoPark“. 

Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Freizeit- und Tierpark und wahrscheinlich wäre bei sonnigem Wetter in dem großen Park mit zahlreichen Attraktionen jede Menge los gewesen. So hatten wir die Anlage aber fast für uns alleine, mussten nirgends anstehen und konnten uns in aller Ruhe umschauen. Die Kinder hatten dennoch ihren Spaß und sogar der Hund durfte mit hinein. Mein persönliches Highlight war die Tierfotografie. Weil keine anderen Menschen da waren (könnte mich immer über respektlose Kinder aufregen, die den Tieren zu nahe kommen und sie ärgern…), waren alle super entspannt und haben sich von mir ablichten lassen. Vor allem das Nebel-Bild vom Hirsch gefällt mir besonders gut, weil es die Stimmung des Tages so schön eingefangen hat. Ja, es war herbstlich, neblig und kalt – aber wann sonst hat man die Gelegenheit, so tolle Bilder zu schießen?!

Abends waren wir noch im Kino sowie Burger essen im Restaurant „Needles and Pins“ in Lennestadt, der nächstgelegenen größeren Stadt bei Kirchhundem. Das kleine Kino dort war richtig familiär und wir schauten uns „Die Schule der magischen Tiere“ an. Meine Kinder kannten bereits die (Hör-)Bücher und fanden auch den Film ganz toll. So ließen wir den Abend voller toller Erlebnisse ausklingen!

Tag 3 – Wandern und Hallenbad

An unserem dritten Urlaubstag zog es uns raus zum Wandern. Direkt vor der Tür der Ferienwohnung im Schloss Adolphsburg gibt es tolle Touren – beispielsweise zum Kurpark Oberhundem. 

Wir schnürten also die Wanderstiefel und machten uns auf den Weg durch Feld und Wald. Ich liebe ja den Herbst mit seinen Düften nach Moss und Laub, den leuchtenden Farben und den kühlen Temperaturen. Leider wurden wir etwa auf der Hälfte unseres Weges von einem ziemlich heftigen Regenschauer überrascht, den wir schutzlos ausgeliefert waren. Trotz entsprechender Ausstattung waren wir bald nass bis auf die Unterwäsche und entschieden uns den Rückweg anzutreten. Denn abends hatten wir noch etwas Großes vor: Es sollte ins Oberhundemer Hallenbad gehen! Obwohl ein so kleines Örtchen, nennt es ein Schwimmbad sein eigen. Übrigens liegt jenes im ehemaligen Schlosspark der Adolphsburg – dieser wurde deutlich verkleinert und das Gelände anderweitig genutzt. 

Tag 4 – Spazierengehen in Oberhundem und Heimreise

Oberhundem wird auch „die Perle des Sauerlands“ genannt – und wer einen Spaziergang durch das pittoreske Örtchen unternimmt, der weiß auch schnell, warum. Romantische Fachwerkhäuser, umgeben von Wäldern und viel Grün, machen das kleine 860-Seelen-Dorf aus. Wer Ruhe, Natur und Erholung sucht, ist hier genau richtig. Für Kinder hält der Luftkurort einen tollen Spielplatz bereit. Im Winter kann man Ski fahren, im Sommer radeln oder wandern. Auch Gastronomie ist vorhanden: Kleine Landgasthöfe verwöhnen ihre Gäste mit regionalen, gutbürgerlichen Spezialitäten. Im Ort gibt es außerdem einen Metzger und einen Bäcker, beide sind von der Ferienwohnung aus in wenigen Schritten zu erreichen. So konnten wir uns jeden Morgen zum Frühstück versorgen, bevor wir in den Tag gestartet sind.

Doch auch der schönste Urlaub geht ein mal zu Ende – leider! Die Ferienwohnung war wirklich etwas ganz Besonderes. Und jeder, der einem in einem echten Schloss wohnen möchte, sei dieses Kleinod ans Herz gelegt. Die Region hat viel zu bieten und ich bin mir sicher, dass Sauerland hat uns nicht das letzte Mal gesehen!

Eure Marie