Pflege bei perioraler Dermatitis

Disclaimer
Dieser Beitrag basiert auf meiner persönlichen Meinung und meinen eigenen Erfahrungen. Es handelt sich um Laienwissen, nicht um medizinisch-wissenschaftliches. Bei Hautproblemen fragt bitte zuerst euren Hautarzt um Rat, dieser Post stellt keine medizinische Beratung dar. Ich übernehme keine Haftung im Falle einer etwaigen Verschlechterung durch die Anwendung der hier genannten Produkte und Tipps.

Vor einigen Tagen habe ich nach langem Zögern ein für mich unangenehmes Thema auf Instagram angesprochen: Periorale Dermatitis. Ich habe Bilder von meinem Hautzustand gezeigt, ein bisschen über die Krankheit erzählt und war mehr als erstaunt, wie viel Resonanz ich daraufhin bekam. So viele liebe Nachrichten von Betroffenen erreichten mich – denn oh Wunder – all die makellosen Schönheiten im Social Web sind eben doch mehr Schein als Sein und haben mit der Realität nicht viel zu tun. Außerdem wurden mir eine Menge Fragen gestellt, die ich in diesem Post heute zu beantworten versuche. Gleichsam möchte ich euch einige Produkte zeigen, die ich trotz oder wegen meiner perioralen Dermatitis verwende. Schließlich habe ich selbst festgestellt, dass es zu diesem Thema kaum hilfreiche Artikel gibt, was wohl nicht zuletzt daran liegen mag, dass man einfach nicht gerne darüber spricht. Da ich mich aber sehr gefreut hätte, ein paar wertvolle Tipps zu bekommen und nun wieder auf dem Weg der Besserung bin, habe ich diesen Blogbeitrag verfasst und mein Wissen hier gebündelt. Auf dass es vielen Leuten helfen und nützen möge, kommen hier meine Tipps zur Pflege bei perioraler Dermatitis!

Pflege bei perioraler Dermatitis

  • Periorale Dermatitis - was ist das eigentlich?

  • Diese Frage möchte ich nur ganz kurz klären, denn wer sich für die genauen Umstände der Krankheit interessiert, findet im Internet genügend Material. Ich denke, die Leser dieses Beitrags kennen ihre Diagnose bereits und interessieren sich eher dafür, ihre lästige Begleiterin wieder los zu werden.

    Also kompakt zusammengefasst:  Bei der POD handelt es sich um eine  nicht ansteckende Hautkrankheit, die im Gesicht auftritt – meist um den Mund herum, aber auch um die Nase, am Auge oder an der Stirn kann sie sich ausbreiten. An diesem Stellen bilden sich Hautrötungen, Knötchen und/oder Bläschen, die jucken oder brennen. Eine POD fußt meist auf einer schon vorher dagewesenen Irritation der Haut, interessanterweise ist die genaue Ursache jedoch noch nicht erforscht. Viele Betroffene neigen bereits im Vorhinein schon zu Allergien und Ekzemen, haben vielleicht Allergien oder Neurodermitis. Bei mir trifft all das genau so zu. Fest steht: Der Ausgangspunkt ist eine Irritation der Haut. Oft wird eine „Überpflegung“ als Ursache genannt, sodass die Haut Feuchtigkeit nicht mehr richtig speichern kann. Sie trocknet aus, reagiert gereizt und ist anfälliger für jegliche Krankheitserreger. Die Folge sind Hautinfektionen mit dem oben beschriebenen Krankheitsbild.

    Wie ihr wisst, ist Hautpflege für mich schon immer ein großes Thema gewesen, da ich seit meiner Kindheit an diversen Hautkrankheiten leide. Meine Gesichtshaut pflege ich seit Jahren reizarm, verzichte auf jegliche Duftstoffe, Alkohol, harsche Tenside und Pflanzenextrakte. Daher hat es mich auch so hart getroffen, als ich meine Diagnose bekam – ich dachte eigentlich, ich kenne mich gut aus und bin vorsichtig genug. Doch meine Hautärztin beruhigte mich diesbezüglich ein wenig und erklärte mir, dass meine POD wahrscheinlich von einer allergischen Reaktion ausgelöst worden sei. Auch die Tatsache, dass schon Kinder unter POD leiden, zeigt, dass es nicht immer die Creme oder das Make-up sein muss. Ich für meinen Teil habe nun Termine für verschiedene Allergietests ausgemacht, die ich in naher Zukunft antreten werde. 

    • Hast du die Symptome nur am Kinn? Und wie bist du damit umgegangen?

    Bei mir begann die POD mit zwei Pickelchen am Kinn, wobei ich mir erst einmal nichts dachte. Erst als sie sich fröhlich vermehrten und zu schmerzen begannen, ahnte ich, dass es sich um eine Krankheit handeln könnte. Glücklicherweise breitete sich der Ausschlag bei mir nicht weiter im Gesicht aus, jedoch war nach einigen Wochen mein ganzes Kinn betroffen. Er kann schlimmstenfalls auch Richtung Nase wandern, sogar die Augen oder die Stirn befallen. Die erste Diagnose stellte meine Vertretungs-Hausärztin, meine Hausärztin war zu dieser Zeit in Urlaub und einen Hautarzttermin zu bekommen war schier unmöglich – obwohl ich mich tagelang ans Telefon klemmte. Sie riet mir zur sogenannten Nulldiät – also alles weglassen. Darin bestärkte mich schließlich auch meine Hautärztin, die ich nach langer Suche fand. 

    „Null“ wird dabei verschieden interpretiert. Für mich hieß es mit Wasser waschen und später mit der vom Hautarzt verschriebenen Salbe cremen (dazu gleich mehr). Für manch anderen ist selbst Wasser tabu. In meinem Fall hieß es: Kein Waschgel, keine Cremes, keinerlei Pflege – nichts außer Wasser. Daraufhin schuppt sich die Haut, was ein normaler Vorgang ist. Glück im Unglück: Tatsächlich machte bei mir nur das Kinn Probleme, der Rest meines Gesichts kam mit dieser Nulldiät prima klar. Manch einer berichtet von Pickeln oder extremem Spannen, bei mir war nichts davon der Fall. Dafür war ich mit meinem Kinn schon gebeutelt genug – es dauert circa 30 Tage, bis sich die Haut regeneriert und einmal erneuert hat. In dieser Zeit baut sie ihren Schutzmantel wieder auf und „schält“ sich einmal. Die kranke Haut musste sich also von selber heilen, und das war ein sehr schmerzhafter Prozess. Das eine ist die Optik (blöde Sprüche inklusive, manch einer weiß nicht, wie verletzend ein unpassender Kommentar bei Betroffenen ankommen kann), das andere ist aber wirklich der Schmerz der Haut. 

    Dagegen wird oft Schwarztee empfohlen, der gekocht und zehn Minuten ziehen gelassen wird, bevor man Wattepads mit dem erkalteten Tee tränkt und diese auf die betroffenen Stellen legt. Am Anfang habe ich das auch gemacht, die Haut färbt sich davon unschön braun – man sollte aber als Nickelallergiker wie ich einer bin wirklich aufpassen. So brachte der kühle Tee zwar kurzfristig Linderung, die Wickel führten aber auf lange Sicht dazu, dass meine Haut blutig aufriss und noch mehr irritiert wurde. Darum war der Rat meiner Hautärztin: Auch den Schwarztee weglassen. Ich weiß aber, dass viele damit gute Erfolge verzeichnen – daher wollte ich diesen Tipp hier nicht unerwähnt lassen!

    Pflege bei perioraler Dermatitis

    • Welche Salbe verwendest du?

    Welche Salbe mir meine Ärztin genau aufgeschrieben habe, werde ich nicht verraten – ganz einfach deswegen, weil ich nicht für verschreibungspflichtige Medikamente „werben“ möchte. Ganz wichtig ist jedoch: Bei einer POD sollte langfristig kein Kortison angewendet werden, den Fehler macht glaube ich fast jeder Betroffene am Anfang. Jucken und Ausschlag, Rötung – also ab in die Apotheke und eine Salbe mit dem Wundermittel Kortison holen. Leider verschlimmert jenes die POD auf Dauer und verlangsamt den Heilungsprozess. Ich bin froh, dass ich nicht in diese Falle nicht getappt bin – denn auf Cortison verzichte ich per se wo es geht. Manche Hautärzte verschreiben Antibiotische Salben, manche Immunsuppressiva, wieder andere lassen eine Mischung anfertigen. Ich werde mit Langzeit-Antibiotika (oral) therapiert und habe zusätzlich eine Creme, die ich zwei Mal täglich verwende. 

    Noch ein kleiner Tipp meinerseits: Wird eine POD festgestellt, muss die Haut austrocknen, um sich wieder neu aufzubauen. Dabei kann die sogenannte Zink-Schüttellotion helfen, die ihr in jeder Apotheke zu kaufen bekommt. Sie weißelt stark, daher verwendet sie am besten zu Hause, wenn ihr nicht die hübschesten Klamotten anhabt. :-) Ihr könnt die Lotio alba aquosa mit einem Wattestäbchen entweder gezielt auf Pusteln auftragen oder mit einem Wattepad großflächig auf ein betroffenes Areal geben. Das tut nicht weh, kühlt auch angenehm und kann verhindern, dass sich die POD ausbreitet. 

    Pflege bei perioraler Dermatitis

    • Siehst du einen Zusammenhang für das Auftreten der POD? Welche Rolle spielen Stress und Ernährung? Gibt es auch ernährungsbedingte Auslöser?

    Puh, das Thema Ernährung ist für mich ein bisschen ein Reizthema. Ich weiß gar nicht, wie viel Nachrichten ich bekommen habe, ich solle mich so und so ernähren, auf dieses und jenes verzichten, drei Mal täglich Shake XY trinken… Das macht mich zugegebenermaßen ein bisschen fuchsig. Das liegt wohl daran, dass ich einfach auf dieser Schiene „geschädigt“ bin. Aufgrund einer starken Nesselsucht, die über Wochen andauerte, und diverser anderer Hautprobleme musste ich als Jugendliche eine sehr strenge Diät parallel zu mehreren Kortisonspritzen halten. Keine Weizenprodukte, keine Gewürze, keine Zitrusfrüchte und Säuren, kein Zucker, Fertigprodukte sowieso nicht, keine Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker,… Naja, ihr könnt euch vorstellen, wie das als Teenager auf die Lebensqualität drückt. Seither achte ich sehr wohl auf meine Ernährung und finde es irgendwie immer dreist mir von vornherein zu unterstellen, ich sei selbst Schuld an meinem Zustand, weil ich nicht vernünftig gegessen hätte.

    Ich persönlich bevorzuge die gute alte „ausgewogene Ernährung“ – ich esse frisch, koche nie mit Tütchen oder Fixprodukten, mache mein Müsli selber, schmiere mir täglich mein Dinkelbrötchen fürs Büro, esse aber auch ab und mal etwas Süßes oder Fleisch. Oft kriege ich Nachrichriten à la: „Du musst auf Milch verzichten!!!!1!!111!“ – wobei mein Milchkonsum marginal ist, da ich als Laktoseintolerante sowieso noch nie (!) welche vertragen habe.

    Gleich mache ich mich unbeliebt, aber ich glaube auch nicht daran, dass veganer Sojaschokopudding mit einer halbseitigen Zutatenliste gesund ist – ebenso wenig wie ein kompletter Verzicht auf Kohlenhydrate, auf Zucker (sowieso GANZ böse) oder sonst irgendeine andere Geißelung. Irgendwie ist Essen ja auch Lebensfreude – und auf die mag ich ganz sicher nicht verzichten. Wie ich oben schon geschrieben haben, ist die genaue Ursache für POD gar nicht erforscht – aber mit gesundem Menschenverstand kann man sich zusammenreimen, dass täglich Fast Food und Süßigkeiten nicht das Gelbe vom Ei sind. 

    Stress ist natürlich ebenfalls ein Thema, nicht nur bezüglich Hautkrankheiten. In unserer Gesellschaft sind wir glaube ich alle mehr oder weniger gestresst und wissen, dass wir viel öfter entspannen sollten. Als meine POD sich zeigte, steckte ich gerade in meinem ersten großen Projekt als Festangestellte – der Planung und Durchführung einer Messe. Ob das mit hinein spielte? Ich weiß es nicht – vielleicht! 

    • Was glaubst du, worauf du allergisch reagiert hast und was somit die Ursache der POD war?

    Das weiß ich leider nicht – und ich finde das im Nachhinein auch extrem schwierig festzustellen. Aus früheren Allergietests weiß ich, dass ich auf Erle, Birke und Hasel reagiere, auf Hausstaub, Hausmilben und Schimmelpilze sowie auf Beifuß, Gänsefuß und Nickel. Vielleicht kam etwas Neues dazu, vielleicht war es eine Kreuzallergie, vielleicht ein Produkt – vielleicht auch eine Kombination verschiedener Faktoren. Wie so oft bei Haut-Sachen gilt: Man weiß nie so genau, wo sie herkommen und wann sie wieder komplett verschwinden. Daher auch der neue Allergietest, auf dessen Ergebnis ich sehr gespannt bin. 

    Oft liest man, dass Fluorid in Zahnpasta Schuld sein kann – also investierte ich ein paar Euro in fluoridfreie Zahncreme. Natürlich habe ich diesen Schritt mit meiner Zahnärztin abgesprochen, die mir die Sole Zahncreme von Weleda als mildeste Variante empfohlen hatte. Das Ajona Stomaticum enthält zwar ebenfalls kein Fluorid, dafür aber verschiedene ätherische Öle, welche auch reizend wirken können. Ich kann euch gleich sagen – die Sole Zahncreme schmeckt wirklich äußerst gewöhnungsbedürftig. Meine Zahnärztin bezeichnete die Fluorid- oder Nicht-Fluorid-Frage als „Grundsatzdiskussion“ und empfahl mir, nur in den Wochen des Heilungsprozesses auf Fluorid zu verzichten. Auch hier weiß man ja nie, ob dieser Faktor letztlich der entscheidende war – oder einfach überhaupt keine Rolle spielt. 

    Pflege bei perioraler Dermatitis

    • Verzichtest du aufgrund der POD komplett auf Make-up?

    Bei mir kamen zwei Umstände zusammen: Als die POD richtig übel war, setzte mich erst eine Nasennebenhöhlenentzündung und dann eine Seitenstrangangina außer Gefecht. Daher hütete ich das Bett, war krank geschrieben und verschwendete keinen Gedanken an Make-up. Ich konnte meine Nulldiät also konsequent durchziehen.

    Als ich dann wieder gesund war und an die Arbeit ging, begann ich wieder, mich zu schminken – allerdings ganz anders als vorher. Welche Produkte ich verwendete und warum, fasse ich in einem separaten Beitrag zusammen. Das finde ich nämlich ein überaus spannendes Thema! Generell gilt: Von flüssigen Produkten sollte man während einer POD Abstand halten – denn so gerät der Feuchtigkeitsspeicher der Haut wieder durcheinander und die Haut kann nicht heilen. Viele setzen jedoch in dieser Zeit auf Mineral Make-up. Ich für meinen Teil habe das Kinn beim Schminken einfach immer ausgelassen – klar ist das am Anfang blöd, wenn die Haut gerade da ein bisschen Abdeckung nötig hätte – aber man gewöhnt sich daran und weiß, wofür man kämpft. Die Augen habe ich nach einigen Wochen wieder normal geschminkt, dort hatte ich glücklicherweise auch keine Probleme mit der POD. Jeder muss für sich selber entscheiden, ob und wie wichtig ihm Make-up ist, in manchem Berufen wird es ja auch schlichtweg vorausgesetzt. Das mag man finden, wie man will – nicht zuletzt möchte man sich vielleicht auch ein wenig aufhübschen und sich nicht so von der Krankheit vereinnahmen lassen, sich nicht wohlfühlen zu dürfen. 

    Zum Abschminken habe ich stets Mikrofasertücher und Wasser verwendet, hier seht ihr die Clean+Care Tücher von Isana sowie die Waschies. Erstere kann ich wärmstens empfehlen, möchte aber darauf hinweisen, dass man sie wirklich ganz sanft über die Haut gleiten lassen sollte. Nicht rubbeln – das irritiert die Haut nur noch mehr. Die Waschies haben mich ehrlich gesagt nicht so umgehauen, sie sind ganz nett, entfernen Mascara aber längst nicht so zuverlässig wie die günstigen Tücher von Rossmann.  A propos Mascara – bei besonders hartnäckigen Tuschen habe ich mit dem La Roche-Posay Toleriane Reinigungsfluid nachgeholfen, was ganz sanft und nicht zu harsch ist. Ich feuchte ein Tuch mit lauwarmem Wasser (kein heißes, das reizt Entzündungen zu sehr!) an, gebe einen Klecks darauf und nehme damit mein AMU hat. Klappt wunderbar und ist sehr minimalistisch!

    Inhaltsstoffe La Roche Posay Reinigungsfluid

    AQUAETHYLHEXYL PALMITATEGLYCERIN,DIPROPYLENE GLYCOLCARBOMERSODIUM HYDROXIDEETHYLHEXYLGLYCERIN, CAPRYL GLYCOL

    Pflege bei perioraler Dermatitis

    • Wie hast du deine Pflege bei perioraler Dermatitis umgestellt? Welche Pflegeprodukte wirst du in Zukunft verwenden?

    Die große Frage: Was kommt nach der Nulldiät? Kommt überhaupt etwas? Bin ich über den Berg? Das weiß man natürlich nie so genau. Nach einem Rückfall sieht meine Haut momentan ziemlich gut aus, auch wenn ich jedes Pöckchen und jede Pustel genau begutachte und gleich panisch werde,dass die POD nun wieder ausbricht. Hautkrankheiten sind unberechenbar, das weiß ich leider aus eigener Erfahrung zu gut. 

    Dennoch habe ich einige Produkte lieb gewonnen, die nach einer erneuten Pflegeumstellung den Weg in mein Badezimmer gefunden haben. Kleiner Spoiler: Viele sind es nicht, mein Badschränkchen hat sich einer radikalen Diät unterzogen uns aus 100 Tiegeln wurden 10. Nach einiger Recherche habe ich mir selbst eine Liste mit Stoffen erstellt, auf die ich der POD zuliebe verzichten möchte und solche, die meine Pflege gerne beinhalten darf. Vielleicht hilft euch diese Auflistung ja auch weiter – ich möchte sie gerne mit euch teilen. 

    Schlechte INCIs bei perioraler DermatitisGute INCIs bei perioraler Dermatitis
    Silikone (bspw. Dimethicone)Panthenol
    Säuren wie AHA und BHA („chemische Peelings“)Vitamin A, C, E
    Konservierungsstoffe / Parabene (bspw. Methylparaben, Phenoxyethanol)Glycerin
    Ätherische Öle (bspw. Menthol)Jojobaöl
    PEGs (Polyethylenglykol)Mandelöl
    Mineralöl (bspw. Paraffinum Liquidum, Petrolatum)Ceramide
    Harsche Tenside (bspw. SLS, SLES)Aloe Vera
    HyaluronNiacinamide
    UreaAzelainsäure
    Bisabolol
    Allantoin
    Alkohol (>10% Anteil)

    Nun kommt die Crux: Ihr werdet schnell feststellen, dass es so gut wie keine Produkte gibt, die all diesen Kriterien zu 100 Prozent entsprechen. Wenn dann noch persönliche Allergien auf bestimmte Stoffe dazu kommen, wird es umso kniffliger. Daher gilt: Abwägen und testen, wie gut man ein Produkt verträgt. Nach wie vor behalte ich mir die Einstellung bei, keine Marken oder Kosmetikarten zu bevorzugen oder zu verteufeln („Nur noch Naturkosmetik!“ oder „Nur noch Avène!“,…), sondern auf die Inhaltsstoffe zu schauen und anhand derer zu entscheiden. Als grobe Faustregel gilt: Alles, was als „feuchtigkeitsspendend“ fürs Gesicht angepriesen wird lieber meiden und besser auf Fluids denn auf Cremes zurückgreifen.

    Nachdem die POD am Abklingen war, habe ich angefangen, abends eine etwa traubenkerngroße (also wirklich winzige) Menge des La Roche Posay Toleriane Fluides zu verwenden – mein Kinn creme ich nach wie vor gar nicht ein. Zudem habe ich mir das Avène Sonnen Fluid 50+ zugelegt, da ich aufgrund meiner Sonnenallergie auf Sonnenschutz angewiesen bin. Und ich sage euch – einen Sonnenschutz zu finden war wirklich nicht einfach! Entweder sie basieren auf Alkohol oder Mineralöl, sind beduftet oder enthalten ätherische Öle. Perfekt ist jenes Fluid auch nicht, in den INCIs finden sich einige der von mir eben aufgezeigten Dont’s. Aber für mich ist das Fluid am ehesten vertretbar und  bis jetzt kommt meine Haut auch prima damit klar. 

    Inhaltsstoffe La Roche Posay Toleriane Fluide

    AQUA / WATERSQUALANEGLYCERIN,DIPROPYLENE GLYCOLCARBOMERSODIUM HYDROXIDEETHYLHEXYLGLYCERINCAPRYLYL GLYCOL

    Inhaltsstoffe Avène Sonnen Fluid

    AVENE THERMAL SPRING WATER (AVENE AQUA). C12-15 ALKYL BENZOATE. METHYLENE BIS- BENZOTRIAZOLYL TETRAMETHYLBUTYLPHENOL [NANO]. WATER (AQUA). DIISOPROPYL ADIPATE. ISODECYL NEOPENTANOATE. SILICA. DICAPRYLYL CARBONATE. BIS-ETHYLHEXYLOXYPHENOL METHOXYPHENYLTRIAZINE. DIETHYLHEXYL BUTAMIDO TRIAZONE. ALUMINUM STARCH OCTENYLSUCCINATE. BUTYL METHOXYDIBENZOYLMETHANE. POTASSIUM CETYL PHOSPHATE. DECYL GLUCOSIDE. 1,2-HEXANEDIOL. C10-18 TRIGLYCERIDES. VP/EICOSENE COPOLYMER. ACRYLATES/ C10-30 ALKYL ACRYLATE CROSSPOLYMER. BENZOIC ACID. BUTYLENE GLYCOL. CAPRYLIC/CAPRIC TRIGLYCERIDE. DISODIUM EDTA. GLYCERYL BEHENATE. GLYCERYL DIBEHENATE. GLYCERYL STEARATE. OXOTHIAZOLIDINE. PEG-100 STEARATE. PROPYLENE GLYCOL. SODIUM BENZOATE. TOCOPHEROL. TOCOPHERYL GLUCOSIDE. TRIBEHENIN. XANTHAN GUM.

    Pflege bei perioraler Dermatitis

    Richtig schwer würde es mir fallen, auf eine Augenpflege verzichten zu müssen – doch hier habe ich zwei tolle Produkte gefunden, die ich nun schon seit vielen Wochen verwende und auf die ich nicht reagiere. Es handelt sich um Brustwarzensalbe, oder besser gesagt um den Stoff Lanolin. Die Creme von Babylove enthält noch einige Öle zugesetzt, die super verträglich sind und gerade im Winter gut pflegen. Die Medela Creme besteht aus nichts außer reinem Wollwachs uns ist somit ganz puristisch zusammengesetzt – ich benutze beide gerne für Lippen und Augen, sonst wende ich sie nirgends im Gesicht an.

    Inhaltsstoffe Babylove Brustwarzensalbe

    Lanolin | Helianthus Annuus Hybrid Oil | Cocos Nucifera Oil | Tocopherol

    Inhaltsstoffe Medela Purelan 100

    100% ultrareines Lanolin, USP/EP (Wollwachs)

    Pflege bei perioraler Dermatitis

    Meine Pflege bei perioraler Dermatitis hat mich dazu gebracht, auch meine Gewohnheiten in Sachen Körperpflege zu überdenken. Dabei blieb mir ein Satz einer Ärztin besonders im Gedächtnis: „Unsere Haut ist dafür [waschen, peelen, cremen,…] nicht gemacht – auch wenn die Kosmetikindustrie uns das gerne suggeriert.“ Das soll natürlich nicht heißen, dass wir uns nicht mehr duschen oder pflegen sollen – jedoch ist es ganz oft so, dass wir einem hübsch bunten Duschgel erliegen, ohne darauf zu achten, ob es hautfreundlich zusammengesetzt ist, oder wir im Sommer – krass gesagt –  zwei Mal am Tag unter die Dusche hüpfen und viel zu oft zu abrasiven Peelings greifen.

    Deswegen möchte ich auch in Sachen Körperpflege vermehrt darauf achten, nur noch pH-neutrale Dusch- und Badeprodukte zu verwenden, wie beispielsweise das Babydream Pflegebad und die CD Feuchtigkeitsdusche. Auch hier gilt wieder: Klar sind die Produkte nicht perfekt, das Duschgel ist beispielsweise nicht reizarm beduftet – jedoch wurde hier auf Mineralöle, Silikone und Farbstoffe verzichtet und die Duftstoffe sind ganz am Ende gelistet. Sicher wird meine Körperpflege fortan nicht ausschließlich vorbildlich sein – glücklicherweise bereitet mir die Haut dort auch keine Probleme. Die ein oder andere Badebombe darf ebenso wie eine schöne duftende Bodylotion ab und an drin sein, aber es kann meiner Meinung nach nicht schaden, hier ebenfalls einen Ticken mehr auf Hautfreundlichkeit zu achten. 

    Inhaltsstoffe Babydream Pflegebad

    Aqua, Cocamidopropyl Betaine, Lauryl Glucoside, Sodium Chloride, Coco-Glucoside, Glyceryl Oleate, Parfum, Glyceryl Caprylate, Panthenol, Lactic Acid, Sodium Hydroxide, Hydrolized Wheat Protein, Chamomilla Recutita Flower Extract, Maltodextrin, Citric Acid. 

    Inhaltsstoffe CD Feuchtigkeits Dusche

    Aqua, Sodium Laureth Sulfate, Glycerin, Cocamidopropyl Betaine, Sodium Chloride, Parfum, Nymphaea Alba Flower Extract, Coco-Glucoside, Glyceryl Oleate, Hydrogenated Palm Glycerides Citrate, Hydroxypropyl Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride, Tocopherol, Citric Acid, Sodium Benzoate, Limonene, Hexyl Cinnamal, Linalool.

    Pflege bei perioraler Dermatitis

    Jetzt ist mein Beitrag wirklich lang und ausführlich geworden – mir tun die Finger richtig weh vom vielen Tippen! Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Post ein paar Einblicke zur Pflege bei perioraler Dermatitis geben und dem ein oder anderen Betroffenen Mut machen. Wenn ihr noch Fragen habt, stellt sie doch gerne in den Kommentaren – das wird sicher nicht mein letzter Artikel zu diesem Thema sein und ich gehe wann anders gerne darauf ein.

    Ich freue mich also, wenn ihr wissbegierig seid oder vielleicht auch Tipps für mich habt, wie ihr eure POD los geworden seid oder welche Produkte ihr empfehlt. 

    Eure Marie 

    31 Kommentare
    1. Anke
      Anke says:

      Vielen Dank für diesen Beitrag, das ist wirklich der informativste über POD, den ich in meinen Recherchen bisher gelesen habe! Ich habe auch eine längere Geschichte mit der Krankheit und bin sehr froh, meine persönlichen Trigger mittlerweile einigermaßen herausgefunden zu haben (einigermaßen… ;))! Darf ich Dich fragen, ob Du das LRP Reinigungsfluide abends auch für das ganze Gesicht zum Reinigen verwendest, oder hast Du da ein anderes Produkt? Die meisten Sonnencremes gehen ja mit nur Wasser nicht richtig runter, oder? Und kann man das LRP Reinigungsfluide auch mit Wasser abspülen? Lieben Dank für Deine Tipps! :)

      Antworten
      • Marie-Theres Schindler
        Marie-Theres Schindler says:

        Hallo Anke, es freut mich, wenn dir mein Beitrag weitergeholfen hat! :-) Vielleicht magst du mir verraten, was deine Trigger sind/waren – oder zumindest die gängigsten…? Zu deiner Frage: Das Reinigungsfluid verwende ich nur für Augen, Stirn und Wangen, auf letztere trage ich auch nur den Sonnenschutz auf. Direkt auf die POD am Kinn kommt nach wie vor nichts. Und ja, ich spüle es nur mit Wasser ab. Ich nehme einen Klecks, emulgiere ihn in den Händen auf, gebe ihn ins Gesicht und spüle es dann mit lauwarmem Wasser ab. Viele Grüße!

        Antworten
    2. Bettina Halbach
      Bettina Halbach says:

      Hallo Marie,
      soeben habe ich deinen ausführlichen Bericht zu POD überflogen, toll, bislang kannte ich diese Hautproblematik gar nicht … Zum Glück habe ich eine gesunde Haut, allerdings lege ich viel Wert auf die richtige Pflege und ernähre mich mit regionalen Lebensmitteln, nix mit aus Übersee oder mit Zusatzstoffen usw. bei der Pflege ebenso: ich setze auf hochwertige Naturkosmetik – denke meine Haut dankt es mir? Liebe Grüße Bettina

      Antworten
    3. Katrin
      Katrin says:

      Liebe Marie-Theres,

      grossartig, vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Artikel und Deine Mühen! Das hat mir alles sehr geholfen!!

      Deine Tips sind wirklich toll, vor allem die Tabelle mit Deinen Triggern. Ich bin zwar „schon“ Ende 30, aber habe immer noch nicht herausgefunden, was genau meine POD immer wieder aufkeimen lässt. :) Allerdings bin ich, ach wie passend, Flugbegleiterin, und ich weiss, dass das Pflegen mit Silikonen da oben in der Luft nicht so prima ist, wie ich immer dachte. (Und habe während des Fluges immer schön fleissig mit einer Fettcreme nachgeschmiert, wenn es mal wieder spannte. Daheim oder im Hotel angekommen wunderte ich mich dann, dass die POD wieder Hochkonjunktur hatte.)

      Einige Deiner Erfahrungen decken sich mit den Meinen, und nun bin ich soweit, Niacinamiden (The Ordinary) und Azelain-Säure (Skinoren) eine Chance zu geben. Darf ich Dich fragen, lange Rede kurzer Sinn, wie genau Du diese beiden Kandidaten in Deine Pflege integrierst? Pur aufgetragen? Oder als Beigabe in Deine Creme?

      Vielen Dank schon Mal für´s Lesen! Hab einen wundervollen Tag.
      Liebe Grüsse aus Frankfurt, Kati

      Antworten
    4. Bea
      Bea says:

      Ich kannte die Krankheit vorher noch nicht, aber es gibt halt so viel… toll, dass Du darüber aufklärst und gleich auch berichtest, wie Du damit umgehst. Das hilft sicher Betroffene. Und auch ohne Betroffene zu sein ist es wichtig, auf die Kosmetika zu achten, dass sie auf den Hauttyp abgestimmt sind. Und dieser verändert sich ja auch.

      Lieben Gruß, Bea.

      Antworten
    5. Tina
      Tina says:

      Für Betroffene ist bestimmt jeder Tipp Gold Wert. Es ist immer gut festzustellen, dass man nicht alleine ist und ich finde es wichtig, dass auch mal über solche Themen geschrieben wird und nicht nur über den schönen Schein :)

      Antworten
    6. Alice Christina
      Alice Christina says:

      Ich muss ja zugeben, dass ich unglaublich viel Glück mit meiner Haut habe und außer hier und da mal ein Pickelchen absolut keine Erfahrungen mit schlechter Haut oder einem schlechten Hautbild habe. Ich hab tatsächlich bisher auch noch nie von POD gehört oder gelesen. Finde es toll, dass du darüber berichtest und aufklärst, was dir persönlich geholfen hat. Ich denke, mit solchen Erfahrungsberichten kann man anderen, die auch davon betroffen sind, gut helfen.

      Lieben Gruß,
      ❤ Alice

      Antworten
    7. Alex
      Alex says:

      Hey,

      schön, dass du damit so offen umgehst und so umfassend in deinem Beitrag aufklärst! Gerade in einer Social-Media Welt, in der immer alles perfekt aussehen muss, ist es um so wichtiger, auch über weniger schöne Themen zu berichten. Aber das kostet natürlich immer Mut, deswegen großen Respekt vor deiner Offenheit! :)

      Liebe Grüße,
      Alex

      Antworten
    8. Sandra
      Sandra says:

      Es gibt tatsächlich Brustwarzencreme? Das wusste ich jetzt auch noch nicht. Ich weiß, gerade ein wenig ab vom Thema, aber aufgrund einer Bruststraffung letzten Donnerstag für die Zukunft richtig interessant. Von POD selber habe ich auch noch nie gehört. Meist wird ja alles mit „normaler“ Akne abgetan. Danke für die Einblicke. Und Dir wünsche ich, dass Du in Zukunft wenig darunter leiden musst.
      Viele liebe Grüße
      Sandra

      Antworten
    9. Dr. Annette Pitzer
      Dr. Annette Pitzer says:

      Ich freue mich sehr über diesen sehr ausführlichen und persönlichen Bericht. Viele meiner an perioraler Dermatitis erkrankte Patienten haben in meiner Praxis große Erfolge mit Hanfsalbe Salve, die ich sehr empfehlen kann.
      Alles Liebe
      Annette

      Antworten
    10. Carina
      Carina says:

      Ach ja, in der Pubertät hat es bei mir angefangen – rund um den Mund. Unglaublich unangenehm und noch heute, wenn ich einen „Schub“ habe, dann hilft oft nur mehr Kortison. Manchmal weiß ich warum ich einen Schub bekomme, da habe ich dann etwas gegessen was ich nicht sollte, oder die Allergiezeit hat wieder begonnen. Als Jugendliche hab ich mich echt geniert dafür. Zum Glück sind mir die Reaktionen der Leute mittlerweile egal.

      LG
      Carina

      Antworten
    11. Avaganza
      Avaganza says:

      Ich kannte diese Erkrankungen noch nicht und bin zum Glück nicht betroffen. Aber diese Hauterkrankungen treten immer verstärkter auf und ich finde es toll dass du so offen damit umgehst. Ich bin mir sicher dass du vielen Betroffenen damit helfen kannst.

      lg
      Verena

      Antworten
    12. Busymamawio
      Busymamawio says:

      Ich habe zwar nicht diese Hautkrankheit, seit vielen Jahren jedoch starke akne. Daher kenne ich die Kommentare nur zu gut! Ein Mal hat mich sogar eine Arbeitskollegin, die nebenher MK Produkte vertriebt, darauf hingewiesen und wollte mir Produkte verkaufen!
      Ich könnte mir gar nicht vorstellen mein Gesicht gar nicht oder nur mit Wasser zu reinigen und zu pflegen, da meine Haut auch immer sehr spannt.
      Ich hoffe, dass du die Krankheit bald dauerhaft in den Griff bekommst :)
      Viele Grüße
      Wioleta

      Antworten
    13. Linni
      Linni says:

      Hallo Liebes,
      ich kannte dir Krankheit vorher noch nicht und bin dankbar, dass du uns aufklärst. Sowas ist nicht selbstverständlich. Nun hat man einen guten Einblick in die Erkrankungen und weiß auch, was man dagegen tun kann!

      Schönen Tag noch!

      Liebst Linni

      Antworten

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